13.06.2011
Tauffest an der Nidda
12 Täuflinge aus Wöllstadt und Rosbach


TaufkerzenWÖLLSTADT: Ruben, Catrina, Anna,  Constantin, Helena, Lara-Sophie, Alessio, Bjarne, Maja Noemi, Fabian, Pauline, Denise und Katrin – zwölf kleine und große Menschen aus Wöllstadt, Nieder-Rosbach und Ober-Rosbach wurden am Pfingstsonntag an der Nidda getauft. Der jüngste schaut noch ganz klein und verträumt aus den Windeln, die Älteste ist bereits erwachsen. Doch etwas Besonderes war diese Taufe inmitten des Frühsommergrüns an der romantischen NIddabiegung gewiss für alle. Natürlich durfte da das ein oder andere  festliche Taufgewand nicht fehlen.  Doch insgesamt wirkte die Gemeinde, die da auf den vom Bauhof frisch gemähten Wegen zum Fluss  spazierte, eher wie ein fröhlicher Sommerausflug.


Tauf-Gottesdienst in Wöllstadt

Zuvor, beim Gottesdienst an der landwirtschaftlichen Halle der Familie Walter, gab es für die letzten Ankömmlinge nur noch Stehplätze – rund 250 Besucher konnte der Wöllstädter Pfarrer Peter Meier-Röhm gemeinsam  mit Pfarrer Gerrit Boomgaarden aus Ober-Rosbach begrüßen. Dekan Jörg-Michael Schlösser hielt die Pfingstpredigt und erzählte die Geschichte von einer Gemeinde, in der alle genau wussten, was der richtige Glaube ist: Petrus erscheint da als „genialer Eventmanager“ und die „großgläubigen Wasserläufer“, wie sich seine Anhänger dann nennen, konnten wie Jesus über den See Genezareth laufen und hielten sich für etwas Besseres. Wer die Geschichte im 14. Kapitel des Matthäusevangeliums  in der Bibel nachliest, wird eine andere Version finden. Petrus zeigt sich hier ganz im Gegenteil oft schwach im Glauben und ängstlich. Zu diesem  „kleinen Alltagsglauben“ des Petrus bekannte sich Schlösser, und er dankte dem Heiligen Geist, der auch die Zweifler und die Anfänger im Glauben im Alltag unterstütze.

Taufe mit Pfr. Meier-Röhm und Pfr. Boomgaarden
Der Ober-Rosbacher Posaunenchor hatte den Gottesdienst stimmungsvoll begleitet, an der Nidda griff dann Pfarrer Boomgarden persönlich zur Gitarre, um vor der Taufzeremonie gemeinsam mit der Gemeinde ein Halleluja anzustimmen. Damit es nicht so einfach wird, hatte er den Text auf Männer- und Frauenstimmen verteilt und das klappte mit jeder Wiederholung besser. So enstpannt wie die Taufgesellschaft gab sich auch die Mehrzahl der Täuflinge. Viele Besucher hatten sich auf die Niddaböschung gesetzt, und so manch ein Radfahrer, der an diesem Pfingstmorgen nicht geplant hatte, einen Gottesdienst zu besuchen, verweilte für einen Moment.

Dass diese große Taufe auf das Pfingstfest gelegt wurde,  hat seinen guten Grund. Pfarrer Boomgaarden erinnerte an die biblische Geschichte, nach der Petrus am ersten Pfingsttag, erfüllt vom Heiligen Geist, so mitreißend gepredigt hatte, dass 3000 Menschen sich anschließend taufen ließen. Das war ein Vielfaches der damals noch sehr kleinen christlichen Gemeinde in Jerusalem. Die Menschen hätten gespürt, so Boomgaarden, „An diesem Geist ist was dran, das hat mit mir zu tun!“. Den Gottesdienstbesuchern gab er mit auf den Weg „Bleiben Sie in diesem lebendigen Geist, vertrauen Sie ihm weiter“ und den Eltern und Paten der Täuflinge wünschte er  für deren christliche Erziehung „gute Ideen, gute Beziehungen und viel Liebe“.

Das Tauffest endete mit einem Pfingst-Tauf-Brunch, der gemeinsam von den Tauffamilien und vielen Helfern vorbereitet worden war.

ra