Allein im Kirchengebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) konnte die Aktion Brot für die Welt 2010 Spenden in Höhe von 3.733.979,-- € sammeln. Dies ist eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr von etwas über 1%. Ein großer Teil dieser Summe, nämlich 1.637.901,50 €, wurden durch die Kollekten zu Erntedank und Heiligabend erzielt.
Die Gottesdienstbesucher im Evangelischen Dekanat Wetterau waren wie immer äußerst großzügig. Die Kollekten an Erntedank und Heiligabend betrugen 81.034,57 €. Sie gehören damit zu den fünf höchsten Kollekten für Brot für die Welt in der EKHN. An Erntedank griffen die Christen im Dekanat Wetterau mit 18.553,38 € und an Heiligabend mit 62.481,19 € tief in ihre Taschen um ihre fernen Nächsten zu unterstützen.
Bundesweit konnte die Aktion Brot für die Welt im letzten Jahr ihr Spendenergebnis um 13,5% steigern. Die Spendensumme beträgt 62.128.268,-- €. Das sind 7.415.730,00 € mehr als im Vorjahr und das viertbeste Spendenergebnis in der Geschichte von Brot für die Welt.
Füllkrug-Weitzel: Keine Energiewende auf Kosten der Armen
In ihrer Bilanzpressekonferenz dankte die Direktorin von Brot für die Welt Cornelia Füllkrug-Weitzel allen Spendern für ihre Hilfsbereitschaft und das Vertrauen, das sie Brot für die Welt entgegenbringen. Sie thematisierte auch, dass die Energiewende nicht auf Kosten der Armen realisiert werden dürfe. Durch den Bedarf an Agroenergie und Agrokraftstoffen würden für die Ernährung wichtige Ackerflächen besetzt. Der Mangel an Nahrungsmitteln wiederum, setze eine Preisspirale auf den Weltagrarmärkten in Gang, die die Anzahl der Hungernden voraussichtlich bald wieder über die Marke von 1 Mrd. Menschen treiben werde.
Füllkrug-Weitzel: „Ich nenne hier einen konkreten Fall aus Sierra Leone – einem der ärmsten Länder der Welt. Dort hat das Schweizer Unternehmen Addax 57.000 ha Land gepachtet. Auf 12.000 ha soll Zuckerrohr angebaut werden für Bioethanol, das in der EU zur Erfüllung der Biospritquote dem neuen E10-Kraftstoff beigemischt wird. Eine Studie weist nach, dass Addax Kleinbauern in die Not treibt, weil versprochene Kompensationsleistungen nicht erbracht wurden und Menschenrechte gefährdet werden. Das ist nicht nachhaltig, sondern menschenverachtend.“
Fotowettbewerb sensibilisiert für Umgang mit Ackerland
Diese immer stärkere Nutzung von Land durch große Konzerne, die auf den Flächen Agrotreibstoffe anbauen, wird von Kritikern als „Landgrabbing“ bezeichnet. Darum hat Brot für die Welt gemeinsam mit der Wetterauer Zeitung und der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim, wo im Advent die landeskirchliche Eröffnung der 53. Aktion Brot für die Welt stattfinden wird, einen Fotowettbewerb zu diesem Thema initiiert. Unter dem Titel „Gottes Erde: Kostbares Land“ werden alle Fotografen, Fachleute wie Laien, aufgefordert sich Gedanken zu unserem Umgang mit Ackerland zu machen und diese bildlich festzuhalten. Motive, die zeigen, wie stark wir von den Produkten unserer Erde abhängen, wie Land verwendet wird, was wir mit den Produkten des Landes so alles machen und natürlich wie kostbar Land sein kann, werden gerne angenommen. Einsendeschluss ist der 2. Oktober, es winken Preise im Gesamtwert von 500 Euro. Fotos können per E-Mail oder Post eingesandt werden (Wetterauer Zeitung, Postfach 1723, 61217 Bad Nauheim, E-Mail: redaktion@wetterauer-zeitung.de). Nähere Infos finden sich unter www.wetterauer-zeitung.de
Weltweit 1020 Projekte gefördert
Weltweit wurden 2010 insgesamt 1020 Projekte gefördert. Im Mittelpunkt der Arbeit von Brot für die Welt steht stets die Hilfe zur Selbsthilfe. Brot für die Welt fördert Projekte in den Bereichen Ernährungssicherung, Gesundheit, HIV/AIDS, Bildung, Kinder- und Jugend, Menschenrechte und Klimaschutz.
Spenden für Brot für die Welt nimmt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau unter dem
Konto 4100 000 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft Frankfurt, BLZ: 520 604 10
Stichwort: Brot für die Welt,
entgegen.